Alter Friedhof Offenbach
Alter Friedhof Offenbach
7 Uhr (Sa, So 8 Uhr) bis Einbruch der Dunkelheit
Als Offenbach im 19. Jahrhundert über seine historischen Grenzen hinauswuchs, entstand 1832 im Osten der Stadt ein neuer, zehn Hektar großer Begräbnisplatz. Er ersetzte den Friedhof am heutigen Wilhelmsplatz, der aus hygienischen Gründen der immer dichter werdenden Bebauung weichen musste.
Das Besondere an dieser Anlage: Von Beginn an wurde im östlichen Teil eine Ruhestätte für die jüdische Gemeinde integriert. Wie bei der christlichen Abteilung wurden auch hier Grabsteine und Gebeine vom alten Begräbnisplatz aus dem 18. Jahrhundert überführt und respektvoll in die neue Gestaltung eingebunden.
Architektonisch unterscheidet sich der Friedhof deutlich von den damals üblichen Landschaftsparks. Als streng geometrische Anlage konzipiert, bilden die rechtwinkligen Wege ein schachbrettartiges Muster, dessen Mittelachse symbolisch auf die Stadt ausgerichtet ist. Hinter der schützenden Friedhofsmauer hat sich zudem eine botanische Oase entwickelt: Mit seltenen Bäumen und einer reichen Flora bietet das Areal eine Artenvielfalt, die im heutigen Stadtbild einzigartig ist. Die prachtvollen Grabmäler sind weit mehr als Steinmetzkunst – sie sind stumme Bewahrer von Schicksalen und Zeugen der gesellschaftlichen Entwicklung Offenbachs über zwei Jahrhunderte.