Staatspark Hanau-Wilhelmsbad
Staatspark Hanau-Wilhelmsbad
Landschaftspark: täglich, Museum s.u.
Als Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel im Jahr 1777 den Bau eines Badehauses in Wilhelmsbad initiierte, schuf er weit mehr als eine Kureinrichtung. Innerhalb weniger Jahre entstand unter dem Baumeister Franz Ludwig Cancrin ein prachtvolles Ensemble aus Gäste- und Gesellschaftshäusern wie dem Kavalierbau, dem Arkadenbau und dem Komödienhaus. Diese Gebäude reihen sich entlang einer großzügigen Promenade auf, die den weitläufigen, nach englischem Vorbild gestalteten Landschaftsgarten in zwei Bereiche teilt.
Obwohl die Kuranlage bereits nach kurzer Zeit an Bedeutung verlor – da die Quellen nicht die erhoffte Heilwirkung besaßen – blieb die Anlage als „Krone deutscher Bäder“ (C.C.L. Hirschfeld) ein Anziehungspunkt. Ein besonderes Kleinod ist das historische hölzerne Karussell, das sich seit 2016 an ausgewählten Sonntagen wieder dreht.
Ein Highlight des Parks ist die pseudomittelalterliche Burg auf einer der Inseln. Während ihr Äußeres eine künstliche Ruine darstellt, verbirgt sich im Inneren das prachtvolle, frühklassizistische Refugium des Erbprinzen. In Sichtweite dazu mahnt eine Grabpyramide auf einer weiteren Insel an den früh verstorbenen Sohn des Prinzen. Heute lädt der Park, der seit 1848 durch seine Eisenbahnanbindung ein beliebtes Ausflugsziel für Frankfurter ist, täglich zum Flanieren ein; die Burg kann an Wochenenden besichtigt werden.