Klostergarten Seligenstadt
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Um das Jahr 828 legte Einhard, der berühmte Biograf Karls des Großen, gemeinsam mit seiner Gemahlin Imma den Grundstein für die Benediktinerabtei Seligenstadt. Während die barocke Blütezeit des 17. und 18. Jahrhunderts das heutige prachtvolle Erscheinungsbild prägte, blieb die Grundstruktur der Anlage auch nach der Säkularisation 1803 nahezu vollständig erhalten.
Ein Rundgang führt Besucher heute durch eine lebendige Vergangenheit: von den herrschaftlichen Abtquartieren über die historische Apotheke bis hin zum Herzstück der Anlage – dem Klostergarten. In den 1990er-Jahren nach einem Originalplan von 1707 rekonstruiert, vereint der Konventgarten barocke Ästhetik mit praktischem Nutzen. Hier gedeihen Gemüse, Zwergobst und Blumenrabatten in harmonischer Nachbarschaft.
Besonders faszinierend ist der Apothekergarten, ein didaktischer Schaugarten, der das tiefe medizinische Wissen der Mönche bewahrt. Die Heilpflanzen sind nach Anwendungsgebieten wie Herzleiden oder Atemwegsbeschwerden geordnet. Ein botanisches Highlight markiert die 1757 errichtete Orangerie: In ihr überwintern bis heute exotische Zitrusgewächse und seltene Sammlungen. Sogar die einst hochgeschätzte Ananas wird wieder wie in früheren Zeiten im historischen Ananashaus kultiviert – ein wahrhaft herrschaftlicher Genuss im Herzen des Klosters.
Siehe auch: https://www.schloesser-hessen.de/de/